Poltertag oder Junggesellenabschied?

Polterabend oder Junggesellenabschied. Worin liegt denn da bitte der Unterschied?

Es gibt einige Namen für den Abend, an dem die Brautleute aus dem Junggesellenleben in das Eheleben gefeiert werden. Doch ist es das gleiche? Und was hat es damit auf sich?

Auch wenn man es heute nicht mehr so genau nimmt und beide Begriff für den selben Abend verwendet, gibt es doch Unterschiede, die berücksichtigt werden können:

Der Polterabend hat seinen Ursprung an und für sich im Zerschlagen von Steingut (Geschirr) bei den zukünftigen Brautpaaren zu Hause. In der Tradition wird er einen Tag vor der Hochzeit gefeiert. Die Brautleute laden Freunde und Gäste zu ihnen nach Hause ein- also kein getrenntes Feiern- meist auch mit einer schönen Einladung vorab. Dort wird zusammen gefeiert, gegrillt oder wie es Wikipedia auch beschreibt mit einer Hühnersuppe zelebriert (da das Huhn ein Fruchtbarkeitssymbol ist, hier kommt wohl die  britische Ableitung „Hen-Night“ her). Zur später Stunde wird dann Porzellan, Blumentöpfe usw. zerschlagen, dass die Brautleute zusammenkehren dürfen. (Scherben bringen Glück!) Ganz wichtig ist, dass kein Glas oder Spiegel verwendet werden, denn diese sind laut Brauch Unglücksbringer! Der Lärm soll Dämonen vertreiben und das gemeinschaftliche zusammenkehren soll zeigen, dass die zukünften Eheleute Probleme und Schwierigkeiten zusammen wunderbar meistern können. So soll der Polterabend eigentlich ein gemütlicher Abend mit Freunden sein, dessen Höhepunkt das zusammenkehren der Scherben ist.

Der Junggesellenabschied oder der Jungesellinnenabschied kommt da meist schon etwas lauter daher. Seit vielen Jahren pilgern die zukünftigen Bräute und Bräutigame durch die Strassen, meist verkleidet, und dürfen mit Bollerwagen ausgerüstet ihre Waren anpreisen. Mit viel Alkohol und meist auch mit Stripper und Partystimmung wird so bis in den frühen Morgen gefeiert. Sinnvoll ist natürlich, dies einige Wochen vor der Hochzeit zu planen, damit genug Zeit ist um den Kater auch richtig auskurieren zu können um dann frisch am Tag der Trauung zu sein.

Heutzutage werden diese Gäste aber nicht mehr gerne in den „kleineren“ Städten gesehen, da sie oft viel zu laut und zu betrunken sind- und wenn sie dann auch noch ihre eigenen Getränke mithaben, sehen viele Gastronomen verständlicherweise rot.  Gerne werden daher auch Reisen in Städte gebucht, die sich da mehr erfreuen, wenn eine Gruppe partylauniger Freunde auf Tour sind. Sehr zu empfehlen ist natürlich Amsterdam, Hamburg oder auch Mailand.

Es hat sich auch einiges in der Altersgruppe der Hochzeitspaare getan! Waren früher die jungen Leute heiss auf wilde Partynächte mit Alkohol und Fun, sind es heuer doch laut der Statistik viele über 30 Jährige die in den Stand der Ehe eintreten. Öfters sind die lieben Kinder schon auf der Welt, man ist „gesetzter“ und wünscht sich daher auch eher einen stilvolleren Tag/Abend mit den besten Freunden und Bekannten. Da darf natürlich auch die persönlichen Wünsche der Braut oder des Bräutigams eingegangen werden. Oder wie wir auch empfehlen: Hört hin, holt euch Tips und Wünsche ab, damit das zukünftige Ehepaar auch wirklich gerne an den Abend denkt.

Ob Poltertag oder Junggesellenabschied, eines steht fest: Heute wird es mit dem Namen nicht mehr so genau genommen und im Focus ist immer der Spass und auch die Freude, mit Freunden einen richtig tollen Tag/Abend zu verbringen.